laudatio
  

Startseite

Einstein-Haus

Öffnungszeiten/
Eintrittspreise/
Führungen

Einstein-Medaille

Einstein Lectures

Einstein und Bern

Albert Einstein Gesellschaft

Aktuell

Kontakt

Links

 

 

Einsteinfeier 2008 – Verleihung der Einstein-Medaille 
Am 15. Mai 2008 erhielt der Mathematiker Beno Eckmann die Albert Einstein-Medaille. Als Professor für Mathematik war der Laureat lange Jahre an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich in Lehre und Forschung tätig. Einer seiner Verdienste war die Gründung des FIM, des dortigen Forschungsinstituts für Mathematik. Anfangs der Fünfziger Jahre traf er sich in Princeton wiederholt mit Albert Einstein und war somit einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen des grossen Gelehrten.
Der Preisträger ist am 25. November 2008 im Alter von 91 Jahren verstorben.

Professor Peter  Fricker eröffnete die Feier mit einer Würdigung des Laureaten Beno Eckmann. Er erinnerte daran, dass die Albert Einstein-Gesellschaft seit 1979 fast alljährlich die Einstein-Medaille vornehmlich an Persönlichkeiten aus den Naturwissenschaften verleiht.
Beno Eckmann wurde am 31. März 1917 in Bern geboren, wo er bis zu seiner Maturität blieb. Im Jahre 1935 begann Beno Eckmann das Studium der Mathematik und Physik an der ETHZ. Seine Doktorarbeit machte er bei Heinz Hopf im Bereich der algebraischen Topologie. Als 25jähriger wurde Eckmann bereits Professeur extraordinaire an der EPFL in Lausanne. 1942 erhielt er seinen ersten Lehrauftrag an der ETHZ. 1947 folgte Eckmann einer Einladung ans Institute for Advanced Study in Princeton. Im Jahr 1948 wurde Beno Eckmann Professor für Mathematik an der ETHZ; diese Stellung hatte er bis 1984 inne. Seine wissenschaftliche Leistung umfasst Arbeiten zur Topologie, Geometrie, homologischen Algebra und Gruppentheorie. 1964 gründete Eckmann das Forschungsinstitut für Mathematik FIM, das sich im Verlauf der letzten vierzig Jahren nach und nach zu einem weltbekannten Zentrum der mathematischen Forschung entwickelt hat. Im selben Jahr initiierte Beno Eckmann zusammen mit dem Springerverlag die Herausgabe der so genannten "Lecture Notes in Mathematics". Professor Eckmann wurden von verschiedenen Universitäten Ehrendoktorate verliehen, und er wurde auch mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem 1967 in Bern mit dem "Marcel Benoist" Preis. Professor Beno Eckmann war bis zu seinem Tod am 25. November 2008 wissenschaftlich tätig.
Professor Fricker traf anlässlich seiner Tätigkeit beim Schweizerischen Nationalfond mehrmals mit Professor Eckmann zusammen. Er erlebte den Mathematiker als einen ruhigen, überlegten und zielgerichteten Menschen, dem es ein Anliegen war, das Spannungsfeld zwischen der so genannten reinen und angewandten Mathematik abzubauen.

Professor Eckmann liess es sich trotz seines hohen Alters nicht nehmen, an die Versammlung ein paar Worte zu richten. Darin schilderte er seine Begegnungen mit Albert Einstein in Princeton anlässlich seines zweiten Amerikaaufenthalts in den Jahren 1951 und 1952. Der über 70 Jahre alte Einstein freute sich sehr über die Gespräche mit dem jungen Mathematikprofessor aus der Schweiz, hatte er doch die Gelegenheit, etwas Deutsch zu sprechen und über alte Zeiten in Bern und Zürich zu plaudern. Eckmann ist aufgefallen, wie wichtig Einstein die „Akademie Olympia“ war, die er 1902 in Bern gründete. Als er den Namen Konrad Habicht erwähnte, begannen die Augen Einsteins zu leuchten; ein Zeichen dafür, wie wichtig ihm auch seine Musikerkollegen waren!

Nach dem Verlesen der Laudatio durch den Präsidenten des Kuratoriums, Professor Peter Minkowski, wurde Beno Eckmann feierlich die Einstein-Medaille überreicht.

Zur Untermalung der Feier, die in der Aula der Universität Bern stattfand, spielten vier Musikerinnen ein Streichquartett von Wolfgang Amadeus Mozart, dem Lieblingskomponisten von Albert Einstein.

Hansjörg Friedli

Vorstellung des Laureaten

Am 15. Mai 2008 erhielt der Mathematiker Beno Eckmann die Albert Einstein-Medaille. Der über 90 Jahre alte Professor für Mathematik war mehrere Dekaden an der Eidgenössisch Technischen Hochschule in Lehre und Forschung tätig. Eine seiner Verdienste war die Gründung des FIM, des Forschungsinstituts für Mathematik an der ETHZ. Anfangs der Fünfziger Jahre traf er sich in Princeton wiederholt mit Einstein und ist somit einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen Einsteins.

Beno Eckmann wurde am 31. März 1917 in Bern geboren, wo er bis zu seiner Maturität blieb.
Er blickt gerne auf diese unbeschwerte Jugendzeit zurück, denn hier entstanden Freundschaften in Gymi und Pfadi, die auch nach seinem Wegzug aus Bern erhalten blieben. Beno Eckmann ist seit 1942 verheiratet mit Doris Wolf und lebt in Zürich. Er hat drei Kinder und ist 11-facher Grossvater und 5-facher Urgrossvater. Zu seinen Hobbies zählen die Musik, und früher auch sportliche Betätigungen wie Skifahren und Wandern.

Im Jahre 1935 begann Beno Eckmann das Studium der Mathematik und Physik an der ETH. Seine Doktorarbeit machte er bei Heinz Hopf im Bereich der algebraischen Topologie, welche er 1941 – preisgekrönt – abschloss. Anschliessend war er Privatdozent an der ETH. 1942 wurde Eckmann in Lausanne bereits Professeur extraordinaire, nahm aber gleichzeitig einen ersten kleineren Lehrauftrag an der ETH Zürich wahr. Seit dieser Zeit ist Beno Eckmann der ETH treu geblieben bis heute, über sechzig Jahre!
1947 erhielt der junge Professor eine Einladung ans Institute for Advanced Study in Princeton. Dort lernte er – anlässlich eines zweiten Aufenthalts 1951-52 - Albert Einstein kennen, welcher sich der Besuche Eckmanns auch deshalb erfreute, weil man deutsch sprach.
Nach seiner Rückkehr aus den USA 1948 wurde Beno Eckmann als Professor für Mathematik an die ETH berufen; diese Stellung hatte er bis 1984 inne. In dieser langen Zeit hat er unter anderem über 60 Doktoranden betreut; von Eckmann wurde eine eigentliche Doktoranden-Genealogie erstellt mit mittlerweile über 500 geistigen Nachkommen!
Seine wissenschaftliche Leistung umfasst Arbeiten zur Topologie, Geometrie, homologischen Algebra und Gruppentheorie. Insbesondere hatte Eckmann starken Einfluss auf Entwicklung und Ausbau der algebraischen Topologie, der Kohomologietheorie der Gruppen, der homologischen Algebra und der Kathegorientheorie. In all seiner Arbeit war er sich der Spannung zwischen reiner und angewandter Mathematik stets bewusst und versuchte immer, seine anwendungsorientierten Resultate mit schon bekannten Theorien zu verknüpfen. Sein Credo war und ist: Der Nutzen der Mathematik enthebt diese nie der Grundlagenforschung.

Das Jahr 1964 war Eckmanns eigentliches „annus mirabilis“. Er gründete das Forschungsinstitut für Mathematik FIM, welches er während 20 Jahren leitete. Das Institut war dazu gedacht, den internationalen Gedankenaustausch zu fördern. Das FIM hat sich im Verlauf der letzten vierzig Jahren nach und nach zu einem weltbekannten Zentrum der mathematischen Forschung entwickelt. Im selben Jahr initiierte Beno Eckmann zusammen mit dem Springerverlag die Herausgabe der so genannten "Lecture Notes in Mathematics". Die Idee war, Forschungsresultate, Seminararbeiten, Vorlesungsskripte schnell und billig zu publizieren, in einer Art und Weise, die heute, im Internetzeitalter, eine Selbstverständlichkeit ist. Die Buchreihe umfasst mittlerweile über 1800 Bände und erweist der Mathematik-Forschung einen unschätzbaren Wert.

Professor Eckmann wurde von verschiedenen Universitäten Ehrendoktorate verliehen, und er wurde auch mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem 1967 in Bern mit dem "Marcel Benoist" Preis. Er war von 1954 bis 1956 Vorstand der Abteilung für Mathematik und Physik der ETH, 1961/62 Präsident der Schweizerischen Mathematischen Gesellschaft, von 1956 bis 1961 Sekretär der Internationalen Mathematischen Union. Er war Co-Editor der berühmten „Gelben Reihe“, der „Grundlehren der mathematischen Wissenschaften“ des Springer-Verlags. Trotz seines hohen Alters -- er feierte 2007 seinen neunzigsten Geburtstag - ist Beno Eckmann häufig in seinem Büro an der ETHZ anzutreffen, wo er immer noch wissenschaftlich tätig ist, was wohl durch die Aussage "Er publiziert immer noch!" am treffendsten umschrieben wird.

Hansjörg Friedli

 
 
13731 Besucher, 13731 Anfragen (seit August 2003)